Die Schlösser Ostfalens
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Weferlingen

Die hochmittelalterliche Burgruine in Weferlingen ist eine kastellartige Anlage, in deren Westen vermutlich eine noch ältere Rundburg lag. Der fünfeckige Kern bestand aus drei Wohnflügeln, die durch eine winklige Wehrmauer verbunden waren. Diese Innenburg direkt an der Aller war von Wassergräben und einem weiträumigen Zwinger umgeben.

An der Südostecke der äußeren Ringmauer steht der gut erhaltene Bergfried von 1300 mit einer Höhe von rund 30 m, Lichtschlitzen, Aborterker und etwa 10 m hoch liegendem Einstieg. Er wird im Volksmund "Grauer Hermann" oder "Grauer Harm" genannt und blickt weit über den Marktflecken Weferlingen.

Das spätgotische Wohnschloss wurde aus Bruchsteinen mit Sandsteingewänden erbaut. Die einfachen und gekuppelten Fenster sind nahezu regelmäßig angeordnet. Der ehemals dreigeschossige Bau wurde 1515 und 1598 umgebaut und durch Treppentürme ergänzt.

Im Hauptflügel finden sich vermauerte frühgotisch gekuppelte Dreipassfenster, die eine ältere Bausubstanz vermuten lassen.

Die Reste dieses Stammsitzes der Ritter von Honlage machen noch heute einen imposanten, wehrhaften Eindruck. So verwundert es kaum, dass diese Edelleute Überlieferungen zufolge für zahlreiche Überfälle auf Landstraßen berüchtigt waren. Sie hatten eine gute Trutzburg. Der Erzbischof von Magdeburg zog gar gegen den Raubritter Lorenz von Honlage ins feld, um seinem bösartigen treiben ein Ende zu bereiten.

Später kam Weferlingen in hessen-homburgischen und dann kulmbach-bayreuthschen Besitz. Dieser Tatsache verdankt die St.-Lamberti-Kirche am gegenüberliegenden Allerufer ein beeindruckendes Mausoleum vom Halberstädter Bildhauer Bartoli.