Die Schlösser Ostfalens
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Gutshaus Hasselburg

Hasselburg war lange zusammen mit Böddensell und Lemsell im Besitz einer Seitenlinie der Familie von Schenck (Flechtingen). Bis ca. 1890 gehörte es der Familie von Spiegel, dann ging es durch Erbschaft an die Familie von Davier, die 1945 enteignet wurde.

Die Spiegels ließen um 1870 auf ihrem Gut in Hasselburg ein Herrschaftshaus errichten. Da sie selber in Halberstadt lebten und das Schloss Seggerde als Sommerresidenz nutzten, blieb das Hasselburger Gutshaus Wohnsitz des Verwalters. Die von Spiegels kamen hauptsächlich zur Jagd hierher. So erhielt das Haus den imposanten Namen "Jagdschloss Hasselburg".

1916 pachtete Volrath von Davier das Gut in Hasselburg von seinem Vater Karl, dem Landrat von Gardelegen, weil er sich in der Landwirtschaft ausprobieren wollte. Er machte seine Sache gut und bewirtschaftete später auch die Ländereien in Seggerde und Weferlingen, zog 1935 ganz nach Seggerde.

Nach der Enteignung wurde das Haus als Gaststätte "Lärchenwald", als Bibliothek, Schwesternstation, Verkaufsstelle und Wohnhaus genutzt. Jetzt steht es leer.

Das "Jagdschloss" ist ein schlichter Bau mit zwei Geschossen, teilweise ausgebautem Dachgeschoss und Glattputz. Die Längsseite zum Garten durchbricht ein Mittelrisalit mit Spitzgiebel. Auf der Gutshofseite ist ein Eingangsbereich mittig angeordnet. Der hintere Giebel ist mit einer Freitreppe, runden Fenstern und Putzelementen geometrisch gegliedert.

Die Hasselburger Lärchenbestände sind für Naturfreunde ein Erlebnis. Der Forstaufseher Heinrich Christoph Hallmann (1824 - 1907) züchtete die bis zu 140 Jahre alten Bäume aus Samen, die er von Harbke geholt hatte. Die Harbker Lärchen wiederum kamen 100 Jahre zuvor aus dem Sudetenland. Bei einer Untersuchung der prächtigen Hasselburger Bestände stellte ein Professor der Tharandter Forstakademie fest, dass die klimatischen und standörtlichen Bedingungen hier denen im Sudetenland glichen.