Das Vorwerk Glüsig wird 1112 erstmals urkundlich erwähnt. Aus der Anfangszeit ist noch die Wallfahrtskapelle St. Anna erhalten, ein romanischer Bruchsteinbau (13. Jh.). Portal, Fenster, der Chorgiebel in Fachwerk und ein sechseckiger Dachreiter zeugen von Umbauten des Jahres 1658. Im Inneren ist ein romanischer Triumphbogen erhalten. Neben Abbildungen der Taufe Christi und der Magdalena schmückt ein Gemälde der Heiligen Anna den einschiffigen Bau. In Glüsig befindet sich die einzige Glocke der Region, die ein Chronostichon trägt. Es ergibt die Jahreszahl 1711. Die mittelalterliche Kapelle ist Ziel der alljährlichen St.-Annen-Wallfahrt. Das Gutshaus ist ein zweigeschossiger Bruchsteinbau von 13 Achsen und entstand um 1750. Segmentgiebel und Inschrift krönen das asymmetrisch angeordnete Portal. Der denkmalgeschützte Hofkomplex geht auf ein Vorwerk des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters in Alt-Haldensleben zurück. Das später volkseigene Gut wird seit 1992 vom Caritasverband Magdeburg e. V. bewirtschaftet. Besucher können einen facettenreichen Gutsbetrieb erleben. Hier besinnt man sich auf die naturfreundliche ökologische Landwirtschaft, Gemüse und Tierprodukte tragen das Bioland-Zeichen. Der Betrieb ist umfangreich, selbst ein Schlachthaus gehört seit 1998 dazu. Neben der Natur steht auch der Mensch im Mittelpunkt. Arbeits-, Beschäftigungs- und Wohnprojekte helfen Menschen mit unterschiedlichen Benachteiligungen. Jugendliche nutzen das Freiwillige Ökologische Jahr, qualifizieren sich durch die Ausbildung für Land- und Tierwirte, absolvieren soziale Trainingskurse. Für Gäste sind die Möglichkeiten zahlreich. Der Hofladen bietet beste landwirtschaftliche Waren, das "Schäferhaus" lädt zum Übernachten ein, Hofführungen, themenorientierte Veranstaltungen und Angebote "Rund um das Pferd" bereichern die Palette. Besonders Schulklassen nutzen das Gut für Wander- und Projekttage. Für Angler besteht die Möglichkeit, sich nach dem Kauf einer Tageskarte mit frischem Fisch zu versorgen. |
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