Wasser umgibt die 1307 erstmals erwähnte Burganlage auf dem Porphyrfelsen bis heute. Allerdings gelangte man damals nur über eine Zugbrücke vom Lindenplatz aus hinein. Aus dieser Zeit sind noch Teile des Zwingers und der Bergfried erhalten. Als Erbauer werden die Brüder Heinrich und Alverich, Schencken von Dönstedt und Herren der Burg Flechtingen, genannt. Über sechs Jahrhunderte (bis 1945) trugen die Bewohner der Schlossinsel den Familiennamen "von Schenck". Die Anlage besteht aus der Kernburg um den Bergfried und der Vorburg mit der neugotischen Reithalle. Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden auf den mittelalterlichen Burgresten die ersten schlossartigen Bauten. Nach dem Großbrand von 1483, den nach der Marientaler Klosterchronik ein altes Weib aus Rache für eine empfangene Strafe in einer Sturmnacht entzündet haben soll, wurden die Obergeschosse in niedersächsischem Fachwerk erneuert. 1575 entstand der Nordflügel der Kernburg mit Renaissancefenstern und Treppentürmen. Das Portal am Ende des Zufahrtsdammes mit dem Prachterker mit Wappen, Masken und Karyatiden (weiblichen Stützfiguren) wurde ebenso wie das Sitznischenportal am Wendelstein im Jahr 1619 errichtet. Den Nordflügel ließen Jacob von Schenck und seine Frau Dorothea Elisabeth von Kißleben aus dem Hause Uri 1692 verändern. Der abschließende große Umbau, der dem gesamten Ensemble sein heutiges Aussehen verlieh, geschah von 1860 bis 1897 im Stil der Neugotik. Das Schloss erhielt dabei einen burgähnlichen Anstrich mit zahlreichen Zinnen auf Giebeln, Mauern und Bergfried, mit großen Spitzbogenfenstern in der Reithalle, mit Veranda, Altan und Terrassengarten. Auch der umgebende Landschaftspark wurde angelegt. Nach 1945 war das Schloss Genesungsheim, Grenztruppenunterkunft, Altersheim. Derzeit wird es zum Hotel mit Restaurant umgebaut. Daher ist eine Besichtigung des Schlosses nicht möglich. |
| © 2004-2007 Kur- und Tourismusverwaltung Flechtingen. | Webmaster Kurverwaltung Flechtingen |