Die Schlösser Ostfalens
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Erxleben

Niemand hat Erxleben in wenigen Worten besser geschildert als Bismarck in einem Brief an seine künftige Gattin vom Juli 1847 - anlässlich eines Besuches bei dem Minister Albrecht Alvensleben, der ihm damals in seinen politischen Anfängen ein Mentor war. "Ein recht altes, wohlerhaltenes Schloss mit vielen Türmen", schreibt er, "die Aussicht auf den blauen Harz mit all seinen Erinnerungen nicht zu vergessen! - steinernen Wendeltreppen, Giebeln, Erkern und Zinnen, ganz von Bruchsteinen, große, niedrige Zimmer, in denen es spukt, alterthümliche Himmelbetten. Wer weiß, was diese Nacht in meinem ganz entlegenen Zimmer passiert ist!"

(Quelle: Udo von Alvensleben und Harald von Koenigswald "Als es sie noch gab - Adelssitze zwischen Altmark und Masuren")

Ausrufezeichen des weiträumigen Schlosskomplexes ist der 50 m hohe Hausmannsturm, der seinen Ursprung in fränkischer Zeit hat, im 15. Jahrhundert erhöht und Mitte des 17. Jahrhunderts mit barocker Schweifhaube und Laterne bekrönt wurde. Oben wohnte früher ein Wächter mit Familie. Zu Füßen des Turmes befindet sich die 1564 von der schwarzen und der weißen Linie der Familie von Alvensleben gemeinsam errichtete Schlosskapelle St. Godehard.

Die beiden Linien besaßen im Gesamtkomplex bereits seit dem 16. Jahrhundert getrennte Schlösser. Erxleben I wurde als zweigeschossige barocke Anlage 1782 - 84 durch J. C. Huth aus Halberstadt errichtet. Die Kernburg wurde im 16. Jahrhundert schlossartig ausgebaut (Erxleben II, schwarze Linie) und 1679 - 82 erneuert. Die Ostseite ist dabei als Schauseite durch Erker und ein üppiges Barockportal von 1682 gegliedert. Die umfangreiche Anlage erfüllt heute Funktionen vom Verwaltungssitz über Wohngebäude bis zur Heimatstube "Burggalerie". Die Wirtschaftsgebäude suchen zum Teil noch Nutzer.